Against Appeasement
Es geht um Israel.
  
 
 
 
 

 
 

Der Westen und der iranische Krieg gegen Israel

Konferenz gegen Appeasement und Kollaboration am 25. und 26. Januar 2008 in Berlin im Kinosaal der Humboldt-Universität

Programm

 

Freitag, 25. Januar 2008
Beginn: 19:00 Uhr

Bündnis gegen Appeasement: Europa zwischen Appeasement und Kollaboration

Gerhard Scheit, Politik- u. Kulturwissenschaftler Uni Wien / Café Critique: Die Reserven zur Herstellung des allgemeinen Chaos. Über das Verhältnis der Europäischen Union zur Islamischen Republik

Die Einheit im neuen islamischen „Unstaat" bildet das alte Erlösungsversprechen: Vernichtung der Juden. Während die Aufrüstungskonjunktur im Nazistaat sofortiges „Losschlagen" im totalen Krieg bedeutete, ermöglicht die Erdölkonjunktur des Islam die „Hudna", also größere Flexibilität bei der Auslöschung Israels. Soweit der Westen selber als der Versuch gelten kann, im unvernünftigen Ganzen bei Vernunft zu bleiben, begreift es Deutschland als seine eigenste Bestimmung, innerhalb und zugleich außerhalb des Westens zu sein. Der Name dieses Vexierbilds lautet Europäische Union. Wer immer an deren politische Vertreter appellieren möchte, im Sinn jener Vernunft zu handeln, sollte sich der eigenen Ohnmacht bewusst werden: sie kommt vor allem daher, wie in diesem Europa der Bruch mit dem Nationalsozialismus vollzogen wurde und wird; wie durch ihn hindurch der alte „Unstaat" fortwest.


Justus Wertmüller, Redaktion Bahamas: Das orientalische Bedürfnis

Nicht aus Angst erklärt Deutschland ausgerechnet dem offensichtlichen Aggressor Iran den Frieden, sondern aus tiefem Einverständnis mit einer scheinbar märchenhaften Welt, die angetreten ist, deutsche Sehnsucht nach Ursprünglichkeit gegen die kapitalistische Unnatur auf ihre Weise zu verwirklichen. Die Weltmeister der Vergangenheitsbewältigung, die innerhalb der Landesgrenzen unmittelbare Barbarei vorläufig nicht dulden, setzen alles daran, Anderen wirksame antifaschistische Maßnahmen gegen die ihnen drohende Barbarei zu verwehren. Wenn heute der deutsche Ruf nach Klimaschutz und Rettung der Tier- und Pflanzenwelt immer lauter ertönt, müssen Israel und seine Bewohner darauf gefasst sein, schon sehr bald und ganz offen unter die Hauptschädiger des moralischen Weltklimas gezählt und zur Selbstabschaltung ermahnt zu werden.

 

Samstag, 26. Januar 2008

10:45 Uhr Podium I: Iran - unter islamischer Herrschaft

Moderation: Thomas Uwer

Alex Gruber, Politikwissenschaftler Uni Wien / Café Critique: Der islamische Hass auf die Sexualität und die Dekonstruktion des Subjekts

Während Ahmadinejad die Existenz von Homosexuellen in der Islamischen Republik Iran leugnet, werden Positionen aus dem akademisch-linken Sprektrum immer wirkungsmächtiger, die die (abstrakte) Subjektform des Homosexuellen und damit auch den Homosexuellenhass als einen Import aus dem Westen brandmarken. Die Vertreter des Regimes in Teheran propagieren den antiimperialistischen Wahn, Homosexualität sei ein "durch das Freudenhaus der Bourgeoisie" (Ali Schariati) in die islamische Welt eingepflanzter imperialistischer Spaltpilz aus dem Westen, während hierzulande dem Ressentiment gegen die Zumutungen des westlichen „Aufklärungsfundamentalismus" neue theoretische Weihen – diesmal dekonstruktivistische – verliehen werden.

Fathiyeh Naghibzadeh, Filmemacherin: Die Stellung der Frau im Gottesstaat Iran

Nach der Machtübernahme der Mullahs hat sich die Situation der Frauen und besonders das Verhältnis von Privatem und Öffentlichem völlig verändert. In der öffentlichen Sphäre wird die Frau sakralisiert und zum Inbegriff der islamischen Gemeinschaft gemacht, gleichzeitig  steht sie unter dem permanenten Generalverdacht, ihre Aufgabe als Reproduzentin der islamischen Normen und Werte nicht zu erfüllen. Einziges Refugium vor dem Zugriff der Tugendwächter ist das Private. In Deutschland und Europa hingegen werden Tendenzen immer wirkungsmächtiger, dieses islamische Frauenbild zu idealisieren und einen kulturrelativistischen Beitrag zum Appeasement zu leisten.

13:30 Uhr Podium II: Der Iran und Europa / der Westent

Tobias Ebbrecht, Filmwissenschaftler / Bündnis gegen Appeasement:  Europäische Sehnsüchte und iranischer Kulturexport

Wenn von iranischer Kultur die Rede ist, überschlagen sich die positiven Reaktionen westlicher Kulturkritiker und Feuilletonisten.  Sie zeichnen das Bild von einer pluralen und weltoffenen Gesellschaft im Iran.  Gerade Filme, die westliche Wunschprojektionen vom Iran aufgreifen, sind hierzulande erfolgreich. Weibliche Protagonistinnen, Einsamkeit, Selbstmord, Armut werden dabei  als sichere Insignien von kritischer Dissidenz rezipiert, drücken in Wahrheit jedoch den hohen Grad an Übereinstimmung der Filmemacher und des europäischen Publikums mit den sozialrevolutionären Elementen des gegenwärtigen Iran aus.

Tjark Kunstreich: Kunstgenuss und Holocaustleugnung: Der Iran als das bessere Deutschland

Kaum ein Theaterensemble, kaum ein Orchester aus deutschen Städten war noch nicht im Iran. Alle kehren begeistert zurück, schwärmen vom iranischen Publikum und von den interessierten Intellektuellen, die sie dort getroffen hätten. Die gesellschaftlichen Verhältnisse werden nicht geleugnet, aber idealisiert: Hier kann Kunst noch bewirken, was in Deutschland wie im Westen überhaupt unmöglich scheint. Doch was sich als Subversion gibt, trägt in Wirklichkeit zur Legitimation der Mullah-Herrschaft bei. Die Holocaustleugnung des iranischen Präsidenten erscheint dabei nicht zufällig als Marotte eines Spinners. Denn über alles andere, das heißt darüber, dass Israel ein Problem darstellt, lässt sich schließlich reden.

16:00 Uhr Podium III: Der iranische Krieg gegen Israel

Thomas von der Osten-Sacken, Publizist / Geschäftsführer wadi e.V.: Der Irak als Schauplatz des iranischen Kriegs

Das Bild, das die iranische Einmischung im Irak abgibt, ist chaotisch und widersprüchlich. Dass keine kohärente Strategie erkennbar ist, verweist auf die Widersprüche der Verstaatlichung des tendenziell anti-etatistischen islamischen Projekts und ist durchaus keine Beruhigung, sondern die eigentliche Gefahr. Jeder wird fündig, ob er die "Hardliner" des islamistischen Internationalismus oder die an vermeintlich rationalen wirtschaftlichen und hegemonialen Interessen orientierten "Gemäßigten" sucht. Doch die westliche Politik, die vorgibt, die angeblich gemäßigten Akteure zu stützen und die "Radikalen" einzudämmen, verweigert sich der Erkenntnis, dass der eine ohne den anderen nicht denkbar ist. Auch ohne dass es das eine geschlossene Machtzentrum im Iran gäbe, setzen sich im Konflikt zwischen politisch-ökonomischer Machtsicherung und islamischem Herrschaftsanspruch letztlich zwangsläufig die ideologischen und destruktiven Tendenzen durch. Gegen diese zerstörerische Logik der iranischen Einflussnahme regt sich gerade in den letzten Monaten überall im Irak Widerstand.

Bündnis gegen Appeasement: Islamische Revolution - Die Front der Rackets

Weder dem Iran noch den von ihm unterhaltenen Terrorgruppen Hisbollah und Hamas kommt es bei ihrem Krieg darauf an, im herkömmlichen Sinne zu "siegen". Allein in der Entfaltung ihres destruktiven Potentials liegt ihr Triumph. Während man hierzulande unter dem Stichwort "Befriedung durch Verantwortung" dafür plädiert, ganze Weltgegenden den islamischen Banden auszuliefern, liegt tatsächlich im Widerspruch zwischen administrativen Aufgaben im jeweiligen Herrschaftsgebiet und dem revolutionären Ziel keineswegs der Schlüssel zur Befriedung, sondern vielmehr der Antrieb für den auf Vernichtung zielenden Krieg gegen Israel.

Kazem Moussavi, Europa-Sprecher Grüne Partei Irans: Die iranische Drohung mit der Vernichtung Israels    

In der Ideologie und der praktischen Politik des islamischen Regimes im Iran bilden Antisemitismus, Menschenrechtsverletzungen und die kriegerische Expansion nach außen eine untrennbare Einheit. Das Ziel ist eine internationale islamische Herrschaft. Die angestrebte Atombombe ist das Instrument, das die Umsetzung aller ideologisch-politischen Ziele des Regimes gleichzeitig sichern und beschleunigen soll. Die deutsche bzw. europäische Zusammenarbeit und der Händedruck mit den Mullahs haben daher unkontrollierbare Konsequenzen. Diese schmutzige Politik stärkt die ökonomischen Potentiale des Irans, erleichtert den Zugang zu atomaren Waffen und führt zum weiteren Ausbau terroristisch-fundamentalistischer Netzwerke wie Hamas, Jihad Islami u.s.w. und verstärkt die Bedrohung Israels. Aus diesem Grund sind das Schicksal des Iran und die Menschenrechte der iranischen Bevölkerung mit dem Schicksal der Juden und Israels untrennbar und direkt verbunden.