Im Oktober 2005 begann der iranische Präsident
Ahmadinejad eine außenpolitische Offensive, deren
Zentrum ein aggressiver Antisemitismus bildet. Sie
begann mit der Androhung eines Angriffskriegs:
„Das Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss aus
den Geschichtsbüchern eliminiert werden“, forderte
Ahmadinejad auf einer Konferenz mit dem Titel "A
world without Zionism". Schon der englische Titel
machte deutlich, dass diese Botschaft an die gesamte
Welt gerichtet war. Zur Holocaust-Leugnerkonferenz
im Dezember 2006 wurden Revisionisten und Antisemiten
aus der ganzen Welt in das iranische Außenministerium
eingeladen, das mit Bildern von Leichen,
die die Aufschrift „Mythos“ tragen, sowie Fotos von
lachenden KZ-Überlebenden mit der Aufschrift
„Wahrheit“ dekoriert worden war.
Nach Auschwitz ist die Leugnung des Holocaust
fester Bestandteil des Antisemitismus. Antisemiten
erklären Auschwitz zu einem „Mythos“, der von den
Juden erfunden worden sei, um die Welt zu erpressen
und imperialistische und verbrecherische
Machenschaften zu legitimieren. Die Holocaust-
Leugnung treibt das Wahngebäude des Antisemitismus
insofern auf die Spitze, als sie die herbeigesehnte
„Befreiung“ vom „jüdischen Prinzip“, den
Traum, ein neues Auschwitz ins Werk zu setzen,
gerade mit dem angeblichen „Mythos Auschwitz“
begründet. Vor dem Hintergrund des iranischen
Atomprogramms bedeutet dies die Ankündigung
eines zweiten Holocaust seitens eines Staates, der
nicht nur entschlossen ist, diese Ankündigung
umzusetzen, sondern akut dabei ist, sich dazu in die
Möglichkeit zu versetzen. Die vor allem europäische
Bereitschaft zum politischen Dialog, zu Konzessionen
im „Atomstreit“, die – staatlich geförderten -
ökonomischen Verflechtungen mit dem Iran, die
Verharmlosung des iranisches Vorsatzes zur Vernichtung
Israels und nicht zuletzt das allgemeine
Verständnis für den „vom Westen gedemütigten“
Islam sind Kollaboration mit dem
Vernichtungsantisemitismus
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